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Cagla Korkmaz wird neue Co-Trainerin von Team I

Mit Cagla Korkmaz haben wir einen spannenden Interviewgast bei uns. Sie ist Spielerin in Team I und übernimmt ab sofort das Amt von Dennis Hoffmann als Co-Trainerin. Viel Spaß beim lesen.

FFCW: Servus Cagla, danke dass Du dir heute die Zeit nimmst.


Cagla: Servus, sehr gerne.

FFCW: Für alle nicht so eingefleischten FFC Wacker Fans, stell Dich doch einmal kurz vor.


Cagla: Mein Name ist Cagla Korkmaz und ich bin 30 Jahre jung. Ich bin in München geboren und seitdem ich laufen kann, trage ich Fußballschuhe. Es gibt glaube ich kein Jahr, in dem ich nicht mit Ball am Fuß zu sehen war. Ich fang vielleicht mal mit den etwas spannenderen Stationen an. Ich spielte in der Saison 2011/2012 beim FC Stern München und wechselte dann zum FC Ingolstadt 04, wo ich die etwas professionelleren Strukturen kennenlernte und den Sprung in die höhere Liga schaffte. Dann ging mein Weg weiter zu diversen Vereinen, unter anderem FC Lübars, VfL Wolfsburg, TSV Schott Mainz und dem SV Meppen, wo ich jeweils in der zweiten Bundesliga spielte. Seit 2015 lief ich dann auch für die türkische Nationalmannschaft auf. Das war einer meiner größten Träume, einmal das Trikot des eigenen Landes tragen zu dürfen, das hat mich schon mit viel Stolz erfüllt. Irgendwann hat es mich dann nach der tollen Zeit in Meppen und einer schweren Verletzung wieder zurück nach München gezogen, da hier meine gesamte Familie, Freunde und auch meine Partnerin lebt und so kam ich dann schließlich auch zum FFC Wacker.

FFCW: Das ist wirklich eine sehr lange und erfolgreiche Fußballkarriere mit vielen Erfolgen, die Du bereits hinter Dir hast. Da kommen wir gleich zur nächsten Frage: Du bist jetzt seit ca. 1,5 Jahren bei uns und hast Dich zur absoluten Stammspielerin entwickelt. Doch jetzt kommt der nächste Step, von der Stammspielerin zur Co-Trainerin?


Cagla: Ich habe in meiner Laufbahn als Spielerin in den zahlreichen renommierten Clubs unglaublich viel Erfahrung sammeln können, zu dem war ich lange Kapitänin der türkischen Nationalmannschaft. Ich denke, ich kann gerade den jungen Mädels viel von meiner Erfahrung weitergeben – auf dem Platz, aber auch daneben. Zusätzlich besitze ich durch meine Ausbildung, einige Trainerlizenzen und sportliche Kenntnisse, die mir helfen fit zu bleiben. Diese Dinge will ich in Zukunft auch in die Mannschaft weitergeben, sodass meine Aufgaben besonders in der Athletik und der allgemeinen Unterstützung unseres Cheftrainers liegen werden.

FFCW: Warum hat der Verein sich Deiner Meinung nach nachdem Dennis die Mannschaft verlassen hat nicht für einen externen Co-Trainer entschieden? Was ist Deiner Meinung nach der Vorteil Dich als Spieler/Co-Trainerin im Verein zu haben?


Cagla: Ich kenne die Mannschaft in und auswendig und habe auch in der Vergangenheit in der Mannschaft schon viel Mentalcoaching betrieben und immer wieder versucht meine Erfahrungen einzubringen. Ich denke, dass ich als Co-Trainerin meine Stärken sowohl auf dem Platz als auch neben dem Platz noch besser an die Mannschaft weitergeben kann. Gerade von außen ist es ja häufig schwierig in bestimmten Situationen einzugreifen und da fällt es mir dann natürlich wesentlich leichter. Durch die vielen neuen Spielerinnen und den Umbruch im Verein ist es aus meiner Sicht auch gut eine Konstante aus dem Team zu haben. Mein Ziel ist es immer die Mannschaft nach vorne zu bringen und zu entwickeln, daher freue ich mich, dass ich nun meine Fähigkeiten als Trainerin und Spielerin beim FFC weiter ausbauen darf.

FFCW: Auch wir freuen uns sehr, dass wir Dich nun auch als Co-Trainerin erleben dürfen und sind überzeugt, dass Du das großartig machen wirst. Was ist das Besondere am FFCW, dass Du Dich das zusätzliche Amt als Co-Trainerin übernommen hast und Dich so noch mehr im Verein involvierst?


Cagla: Es ist ganz klar, der FFCW ist noch einer der wenigen eigenständigen Frauenfußballvereine in Deutschland und sowas ist immer etwas Besonderes. Jeder der sich selbst schon mal mit der Thematik Frauenfußball beschäftigt hat, weiß man wie viel Arbeit und besonders Herzblut investiert werden muss. Beim FFC Wacker ist jeder Vorstand, Unterstützer und jedes Mitglied ehrenamtlich aktiv und steckt eben unfassbar viel Zeit und Herz in den Verein, das spürt man beim FFCW jederzeit. Dabei ist egal ob ich mit unserem Vorstandsvorsitzenden, den Trainer*innen oder Euch aus der Kommunikation spreche, jeder lebt den Fußball wie es sein soll: Offen, Transparent, Vielfältig und verbunden mit viel Spaß. Daher gab es für mich gar keine große Überlegung, ob ich diesen Schritt gehen möchte. Der Verein möchte etwas Neues auf die Beine stellen und hat sich komplett neu formiert, von einem neuen Vorstand über die Philosophie bis hin zu den Trainer*innen. Es ist unfassbar spannend ein Teil dieser Veränderung zu sein und es macht wahnsinnig viel Spaß. Es wird immer auf Augenhöhe kommuniziert und ich kann meine Ideen und Erfahrungen jederzeit mit einbringen.

FFCW: Wo siehst Du dich in Zukunft, auf dem Platz oder neben dem Platz?


Cagla: Da muss ich jetzt tatsächlich lächeln. Ich habe bereits eine tolle Karriere hinter mir, die ich mit dem Auflaufen für die Nationalmannschaft für mich persönlich gekrönt habe. Meiner Meinung nach ist es für einen Athleten, dass Größte für sein Land spielen zu dürfen. Damit habe ich für die Umstände, die der Frauenfußball zu meiner Zeit geboten hat, das Beste rausgeholt und mit dem Kapitel soweit für mich abgeschlossen. Deswegen ist mein nächstes Ziel definitiv meine Erfahrung und die Liebe zu diesem Sport, an der Seitenlinie und neben dem Platz an die Mädels weiter geben zu können.

FFCW: Wir sind natürlich trotzdem sehr froh Dich noch als Spielerin zu haben, aber natürlich freuen mir uns auch schon darauf, Dich dann in der Zukunft an der Seitenlinie zu haben. Abschließend noch die letzte Frage, was sind deine Ziele für die Zukunft?


Cagla: In erster Linie möchte ich als Spielerin und auch als Co-Trainerin immer das Bestmöglichste aus der Mannschaft holen. Dieses Jahr müssen wir allerdings realistisch bleiben und das Maximum aus den Situationen herausholen. Mein Ziel ist es die Liga zu halten und unter die Besten vier zu kommen. Was die Zukunft dann bringt, wer weiß das schon, aber eins ist klar. Jeder der mich kennt, weiß dass ich mich niemals zufriedengebe und ungern verliere, also möchte ich Erfolg haben und daran werde ich alles setzen.


FFCW: Das war ein schönes Schlusswort, Cagla. Wir bedanken uns herzlich für die Zeit und das spannende Interview und wünschen Dir und der Mannschaft viel Erfolg gegen Frauenbiburg.


Das Interview führte Sarah Roithmeier (Kommunikation & Medien FFCW)